Die Dimension der Träume


Während ein Sterblicher schläft, verlässt seine monadische Seele den Körper, um sich in der Dimension der Träume zu manifestieren. Dieser Traumavatar wird auch als Traumleib bezeichnet und kann abhängig vom Unterbewusstsein des Träumers unterschiedliche Gestalten annehmen. Der Verstand zahlloser Träumer berührt die Ätherebene und erschafft halbstoffliche Halbebenen, auf denen die Traumavatare fantastische, vom eigenen Unterbewusstsein inspirierte Abenteuer erleben. Ein Träumer kann seine Umgebung verändern und jene mit dem Talent Träume kontrollieren* besitzen ein höheres Maß an Kontrolle. In einem Traum gewirkte Zauber und dort benutzte magische Gegenstände werden in der realen Welt nicht verbraucht. Wunden und Zustände haben keinen Effekt auf den Körper und Verstand der Kreatur in der Realität. Fantastische Traumabenteuer verschaffen auf der anderen Seite aber auch in der Realität keine Schätze oder Erfahrung, allerdings kann in der Dimension der Träume erlangtes Wissen zuweilen auch in der realen Welt von Nutzen sein. Selbst die schlimmsten Albträume sind für einen Träumer keine Gefahr – sollte der Traumavatar sterben, erwacht der Träumer möglicherweise etwas zittrig und kurzfristig orientierungslos, doch ist dies in der Regel das Schlimmste, das ihm zustoßen kann. Eine Kreatur mit dem Talent Träume kontrollieren* erwacht nach einer solchen Erfahrung mit dem Zustand Erschöpft, da sich ihr Verstand weitaus mehr in die Wahrnehmung der Traumebene involviert.


Erfahrungen auf Traumebenen sind in der Regel private Angelegenheiten. Einige seltene Zauber (z.B. Rat der Träumer), magische Gegenstände und andere Fähigkeiten erlauben es Kreaturen, die Traumhalbebene einer anderen Kreatur vorübergehend zu betreten und zu teilen. Diese sekundären Träumer können zwar mit den hochgradig veränderbaren Eigenschaften der Ebene, dem primären Träumer und miteinander interagieren, die Existenz der Halbebene hängt aber immer noch vom primären Träumer ab – erwacht dieser, endet die Existenz der Halbebene, und die sekundären Träumer werden in ihre eigenen Traumebenen verschoben, sofern sie nicht erwachen.


Ein Traumavatar ist nicht die einzige Möglichkeit, einen Traum zu betreten. Wer aber mit seinem realen Leib die Dimension der Träume betritt, stellt sich beachtlichen Gefahren. Reguläre Methoden des Ebenenreisens wie z.B. Ebenenwechsel eröffnen keinen Weg in die Dimension der Träume, hierzu müssen spezialisierte Mittel wie Traumreise* genutzt werden. Wenn eine Kreatur körperlich eine Traumebene betritt, muss sie keinen Wurf ablegen, um ihren Ausgangszustand zu bestimmen, kann aber auch keine unmöglichen Taten (siehe unten) vollbringen. Gewirkte Zauber, benutzte magische Gegenstände und andere eingeschränkte Fähigkeiten werden aufgewendet, als würden sie in der Realität oder auf einer anderen Ebene verwendet. Kreaturen in materieller Gestalt können in einer Traumebene erschaffene Gegenstände benutzen, aber nicht mitnehmen, ebenso verschwinden diese Dinge mit Erwachen des primären Träumers. Wunden und Erfahrungen, welche ein Traumreisender macht, der real in die Dimension der Träume vordringt, sind echt und verblassen nicht mit Verlassen der Traumebene; stirbt ein solcher Reisender in einem Traum, stirbt er wirklich. Befinden sich solche materiellen Kreaturen noch in einer Traumebene, wenn der primäre Träumer erwacht, werden sie in eine benachbarte Traumebene oder Regionen der Ätherebene verschoben, welche an die Dimension der Träume angrenzen.


Obwohl die schlummernde Seele jedes Träumers eine persönliche Traumebene erzeugt, welche sich auf der Ätherebene manifestiert, gehören alle Träume kollektiv zum größeren Netzwerk der Dimension der Träume. Wenn mehrere Traumebenen im ätherischen Nebel einen Haufen bilden, ist der Übergang zwischen ihnen leichter, so dass Stimmungen, Gefühle und sogar Kreaturen aus einem Traum leichter in andere überfließen können. Und wo eine Traumebene die kaum verstandene Dimension der Zeit berührt, können in Träume prophetische Elemente einfließen.


Manchmal schaffen es Figmente der Traumwelt aus der Dimension der Träume zu entkommen. Dies passiert meist beim Erwachen eines besonders fantasievollen Träumers, wenn die Realität des Traumes bei seinem Verblassen am schwächsten ist. Diese seltsamen, im Wandel befindlichen Kreaturen pirschen als Belebte Träume über die Ätherebene und nähren sich am Verstand der Sterblichen, da sie nach neuen Träumen suchen, in denen sie Zuflucht finden und einen neuen Schläfer quälen können.


Die Dimension der Träume ist von einer bösartigen Gruppe sogenannter „Albtraumkreaturen“ befallen, welche von Traumebene zu Traumebene reisen, um Opfer zu jagen, zu quälen und zu zerstören. Diese Schrecken besitzen sogar eine eigene Hierarchie, bei welcher die Albtraumfürsten über mindere Albtraumkreaturen in Marionettenhofstaaten herrschen, die von den entseelten Hüllen versklavter und wahnsinniger Träumer gebildet werden. Diese Kreaturen besitzen sogar Wege, sich auf der Materiellen Ebene zu manifestieren, da es ihnen nicht genügt, nur die Schlafenden zu terrorisieren.


Nachtvetteln gehören zu den entsetzlichsten Gefahren der Dimension der Träume, können sie doch ungehindert zwischen den Träumen reisen und nach chaotischen oder bösen Träumern suchen, auf deren Rücken sie bis zum Morgen reisen. Kreaturen, denen sie zwischen den Träumen oder in den Träumen ihrer Beute begegnen, werden einfach niedergemacht, egal welcher Gesinnung sie sind. Nachtvetteln sammeln die Seelen ihrer getöteten Gegner in Edelsteinen, die sie an Kunden auf den Ebenen verkaufen.


Obwohl die meisten Traumebenen substanzlos sind und mit dem Erwachen des Träumers verblassen, gibt eine besonders mächtige Traumebenen, die durch wiederkehrende Träume oder das gemeinsame Unterbewusstsein mehrerer Träumer gestärkt manchmal auf ewig existieren. Zu den ausgeprägtesten und dauerhaften Bereichen der Dimension der Träume gehört das bizarre Reich Leng, wo beinahe menschliche Bewohner ätherische Meere mit schwarzen Schiffen bereisen und Sklaven für die finsteren Märkte des Multiversums transportieren.


Die Dimension der Träume hat die folgenden Eigenschaften:

  • Fließende Zeit: Traumavatare wie Kreaturen, die die Dimension der Träume mit ihren realen Körpern besuchen, unterliegen dem Zeitablauf in der jeweiligen Traumebene.
  • Äußerst wandelbar: Wenn eine Kreatur eine Traumebene als Traumavatar betritt, muss sie einen Charismawurf gegen SG 15 ablegen, um zu verhindern, dass sie bei Betreten der Dimension der Träume einen Nachteil erleidet, z.B. in Form fehlender, wichtiger Ausrüstung oder dass sie inmitten einer Lawine auftaucht. Bei Erfolg manifestiert sich der Träumer mit perfekter Gesundheit und allen regulären Ausrüstungsgegenständen (Zauber und magische Gegenstände, die der Traumavatar nutzt, werden in der Realität nicht verbraucht). Der Traumavatar ist zudem selbst unter den nachteiligsten Umständen zu fantastischen oder gar unmöglichen Taten imstande. Ihm ist dies während eines Traumes in Höhe seines CH-Bonus oft möglich (Minimum 1); eine unmögliche Handlung wird als Standard-Aktion ausgeführt, dabei kann es sich um das Wirken eines Zaubers, das Erlangen eines Zaubereffektes oder das Beschwören eines magischen Gegenstandes handeln. Der Traumavatar legt einen Charismawurf gegen SG 10 + Grad des Zaubereffektes bzw. ½ Zauberstufe des Gegenstandes ab (nichtmagische Gegenstände haben ZS 0). Der SL kann auch andere fantastische Handlungen zulassen und den SG dafür festlegen. Kreaturen, welche einen Traum mit ihren realen Körpern betreten, müssen keinen Charismawurf zu Beginn ablegen, können aber auch keine fantastischen Taten vollbringen – ansonsten müssen sie sich aber der fremdartigen Realität der Traumebene stellen.
  • Wilde Magie: Traumavatare und Kreaturen, welche die Dimension der Träume mit ihren realen Körpern besuchen, unterliegen der Wilden Magie der Traumebene.